Narrenfiguren

Der Westerbergteufel

 

Die Nusplinger Narrenfigur "Westerbergteufel" verkörpert den Teufel, der den Westerberghannes holte, nachdem dieser in große finanzielle Not geriet und in der ausgehandelten Frist sein Verprechen nicht einhalten konnte. Die roten Flammen auf der Hose und dem Umhang stellen zum einen das Feuer der Hölle dar. Zum anderen aber auch das Blut des Westerberghannes, mit dem er sein Leben dem Teufel verschrieben hatte. Die Gesichtszüge des Westerbergteufel wurden betont freundlich und vornehm gehalten, damit die Narrenfigur zum Nusplinger "Hansele" passt. Zur Ausrüstung des Teufels gehört eine 3-zinkige Holzgabel. Das einheitliche Schuwhwerk, welches mit dem Narrenhäs erworben wurde, runden das Gesamtbild dieser Maskengruppe ab.

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Das Nusplinger Hansele

 

Das Nusplinger "Hansele" ist ein Geschellnarr.
Der Pinsel auf der Maske soll den Schwanz des Teufels darstellen, der den Westerberghannes holte.
Die grünen und roten Borden, die auf das Häs aufgenäht sind, stellen die Wiesen und Blumen um den Hof des Westerberghannes dar. Der Korb, der zu jedem "Hansele" gehört, verkörpert die Gütigkeit, aus dem der Westerberghannes die Armen beschenkte.
Das Geschell soll den Winter vertreiben. Die Rückenpartie des Hanseleanzuges zeigt die "Tannenburg" nach dieser auch die Nusplinger Narrenzunft bennant ist.

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Der Westerberghannes

 

Die Einzelfigur der Nusplinger Narrenzunft "Tannenburg" stammt von einer Sage ab. Der Westerberghannes hatte einen großen Hof auf dem Nusplinger Westerberg.
Als er einmal in großer Not geriet, hate er sein Leben mit seinem eigenen Blut dem Teufel verschrieben. Als die vereinbarte Frist abgelaufen war, kam der Teufel in Gestalt eines Geißbockes und holte den Westerberghannes zu sich. 
Die markanten Gesichtszüge der Maske symbolisieren das harte Bauerndasein in früheren Zeiten. Das Häs selber ist in der Bauerntracht nach alten überlieferten Aufzeichnungen gehalten. Die Mär verweist auf den Westerberghannes, einen armen Bauern, der hinter der Tannenburg, auf der Hochfläche einen Hof bewirtschaftete. Obwohl er selbst nicht viel zu beißen hatte, war seine Güte und Hilfsbereitschaft allseits bekannt. Wer ihn um ein Stück Brot bat – der Hannes teilte seine karge Ration.

Eines Tages aber, als er selbst am Bettelstab ging, nicht mehr ein noch aus wusste und Abends allein am leeren Tisch saß, erinnerte sich der Hannes an ein Buch seiner Ahne. Er kramte es hervor und wurde auf eine Stelle aufmerksam, wonach er mit Unterstützung des Bösen der Not ein Ende bereiten könnte, wenn er darum bittet. In seiner Verzweiflung wusste der Bauer keinen anderen Ausweg. Die Hilfe kam in Gestalt eines Fremden zur Tür herein. Der Mann warf einen Beutel Gold auf den Tisch und versprach Glück im Stall und auf dem Feld. wenn sich der Hannes sich ihm nach dreißig Jahren mit Leib und Seele verschreibe.

Hannes, der nur noch das viele Geld vor Augen sah, unterschrieb und flugs war der hämisch lachende Geselle wieder aus der Stube verschwunden. Wer daraufhin geglaubt haben mag, wieder einen zufriedenen, glücklichen Hannes anzutreffen, wurde enttäuscht. Der nunmehr reiche Bauer, war über Nacht hartherzig geworden.

Üble Sitten sollen fortan auf dem Hof geherrscht haben. Selbst der Nusplinger Pfarrherr, der mehrmals auf den Hof kam, um Hannes an seine Christenpflicht zu erinnern, musste unverrichteter Dinge wieder umkehren, weil sein Wort nicht fruchteten.

So vergingen die Jahre. Als dann die Zeit nahte, in der Hannes sein Versprechen einlösen sollte, plagte ihn das Gewissen. Auf halbem Weg zum Pfarrer aber kehrte er um, vermochte seine Verfehlung nicht einsehen.

Dann, auf den Tag genau nach dreißig Jahren, sahen Mägde und Knechte einen sonderbaren Jägersmann im Haus verschwinden. Er soll einen Geißenfuß gehabt haben. Plötzlich gellte ein furchtbarer Schrei über den Hof. Doch jede Hilfe kam zu spät – der Teufel hatte den Vertrag eingelöst und hatte den Hannes geholt.

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